Zu viel Stress in der Schwangerschaft kann sich negativ auswirken – sowohl auf das Baby als auch auf die werdende Mama. Erfahre hier, was du tun kannst.

Die Zeit deiner Schwangerschaft ist ein wahrhaft besonderer Abschnitt in deinem Leben. Es ist eine Zeit voller Vorfreude auf das kommende Glück, aber auch voller Veränderungen und Herausforderungen. Die Belastungen in dieser Phase werden vorab nicht selten unterschätzt.

Die körperlichen Veränderungen, die Hormonschwankungen und die Verantwortung für das heranwachsende Leben sind oft allein bereits eine emotionale und physische Belastung.

Du bist nicht allein mit deinen Sorgen und Ängsten.

Wir sind übrigens Rieke und Katharina von der MamAcademy und kennen das Gefühl zu gut. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, Frauen in dieser wichtigen und besonderen Phase ihres Lebens zu begleiten — mit medizinisch gesicherten Informationen als auch mit sehr viel Herz.

Und wir finden: Es ist wichtig, dass du dich um dich selbst kümmerst und auf dein Wohlbefinden achtest. Nimm dir Zeit für dich selbst, um zu entspannen und zur Ruhe zu kommen.

Am Ende dieses Artikel weißt du, wie sich Stress in der Schwangerschaft auswirkt und worauf du unbedingt achten solltest, wenn du das Gefühl hast, dass dir alles zu viel wird.

Was ist eigentlich Stress?

Stress ist eine natürliche Reaktion, die auftritt, wenn du eine Situation als herausfordernd oder bedrohlich empfindest. Dein Körper gerät vorübergehend in Alarmbereitschaft, um den Anforderungen dieser Situation gerecht zu werden. Du spürst dann eine erhöhte Muskelanspannung und dein Herz schlägt schneller. Wenn dieser Zustand anhält und du keine Möglichkeit zur Entspannung findest, kann sich das negativ auf deine Gesundheit auswirken.

Die Gründe und Auslöser für deinen Stress können sich von denen anderer Menschen unterscheiden.

Jeder empfindet Stress auf seine eigene Art und Weise und auch deine aktuelle Situation spielt dabei eine Rolle.

Also löse dich von dem Eindruck, den andere vielleicht auf dich machen und lass dich nicht unter Druck setzen mit dem Gedanken „Sie schaffen es doch auch.“ Jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf bestimmte Stressfaktoren.

Ursachen: Stressfaktoren in der Schwangerschaft

Die Ursachen für Stress während der Schwangerschaft können vielfältig sein.

Was für die eine Schwangere gut zu bewältigen ist, kann für dich eine große Belastung darstellen. Deshalb vergleiche dich nicht mit anderen – nicht mit irgendwelchen Influencer:innen auf Social Media, aber auch nicht mit deinen Freundinnen.

Du bist du und das ist gut so.

Die Auslöser für den Stress in der Schwangerschaft können bestimmte Situationen, Personen, Lebensumstände oder sogar eigene Einstellungen und Überzeugungen sein, die dich stressen. In der Schwangerschaft ist es daher besonders wichtig, dir deines persönlichen Stressempfindens bewusst zu werden und darauf zu achten, was dir gut tut und für dich belastend ist.

Nur auf diese Weise kannst du Wege finden, um mit dem Stress umzugehen und dich selbst zu schützen.

Dich belasten deine Schwangerschaftsbeschwerden?

Nicht selten sind es körperliche Beschwerden, die zu einer großen Belastung werden können. Dazu gehören beispielsweise:

Und nicht selten registiert die werdende Mama, dass in stressigen Momenten ihr Bauch hart wird.

Diese körperliche Beschwerden können dich seelisch unter Druck setzen und zur Herausforderung werden – gerade dann, wenn du weiterhin versuchst, so viel zu leisten wie vor der Schwangerschaft.

Zusätzlich können für einige Frauen die Veränderungen des Körpers in der Schwangerschaft zu inneren Stress führen: Einige Frauen leiden sehr unter der Gewichtszunahme, potentiellen Dehnungsstreifen oder Veränderungen der Haut, können dein Selbstbild beeinflussen und zu Stress führen.

Und auch Inkontinenz in der Schwangerschaft ist nicht selten und ist – verständlicherweise – für viele Frauen ein großer Stressfaktor.

Dich plagen Ängste?

Ängste vor Komplikationen während der Schwangerschaft oder der Geburt können stark sein. Die Wehenschmerzen, den genauen Ablauf und die Sorge Wohlergehen deines Babys werfen viele Unsicherheiten auf und können für Stress sorgen.

Fragen wie „Wird mein Baby gesund sein?“ oder „Kann ich das überhaupt?“, können die Gedanken dominieren. Kein Wunder, denn ein Baby verändert das Leben immens. Nimm dir Zeit für diese Gedanken und Ängste – auch wenn sie normal sind, solltest du sie bei Vertrauenspersonen ansprechen.

Auch die hormonellen Veränderungen in deinem Körper können zu Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit und emotionaler Instabilität führen – bewertest du diese negativ, kann dich das dementsprechend stressen.

Die beste Unterstützung besteht darin, sich gut vorzubereiten.

Eines lass dir gesagt sein: Du bist mit diesen Belastungen nicht allein. Viele werdende Mütter erleben ähnliche Herausforderungen und es kann helfen, dich einer Mama-Community anzuschließen und dich auszutauschen.

Du hast Probleme in der Partnerschaft?

Auch in der Beziehung können mit der Schwangerschaft neue Konflikte und Herausforderungen entstehen, die für Stress sorgen. Hier ein paar Beispiele:

  • Veränderung der Beziehungsdynamik: Die Schwangerschaft kann zu Unsicherheit führen – für beide Seiten. Auch für deinen Partner ist die Schwangerschaft möglicherweise etwas Neues. Diskussionen über das Wochenbett, die Erziehung oder das neue Babyzimmer treten häufig auf und können zu Stress und Unzufriedenheit führen. Vielleicht fühlst du dich nicht verstanden? Ein nachsichtiger Umgang miteinander und ein Genießen im Hier und Jetzt, kann dabei helfen.
  • Kommunikation und Verständnis: Es ist wichtig, dass du und dein Partner über eure Erwartungen und Ängste bezüglich der Schwangerschaft, der Geburt und der zukünftigen Elternschaft sprechen. Eine offene Kommunikation und gegenseitiges Verständnis sind entscheidend, um mögliche Spannungen zu vermeiden.
  • Verteilung der Aufgaben: Die Schwangerschaft kann zu einer Neuaufteilung der Aufgaben im Haushalt und bei der Betreuung führen. Sprecht über eure Bedürfnisse, der zukünftigen und fairen Aufgabenverteilung und auch der Erwartungshaltung. Gut vorbereitet sein, ist besonders wichtig.

Darüber hinaus können eine Trennung aber auch ständige Streitigkeiten deinen Körper unter großen Stress setzen.

Berufliche Herausforderungen stressen dich?

Dir gehen zahlreiche Fragen rund um deinen Job in deinem Kopf herum? Verständlich, denn plötzlich fragst du dich, ob und wie dein Job mit einem Kind zukünftig aussehen könnte. Diese Gedanken können sich negativ auswirken, wenn dieser Zustand anhält.

Vermutlich beschäftigen dich folgende Themen:

  • Belastung durch Arbeitsanforderungen: Fühlst du dich schnell gestresst, wenn du den Anforderungen deines Jobs nicht mehr vollständig gerecht wirst? Vielleicht machst du sogar Überstunden, weil du deine berufliche Zukunft als unsicher empfindest. Mental abzuschalten fällt dann schwer.
  • Schwierigkeiten bei der Vereinbarkeit von Arbeit und Schwangerschaft: Die Herausforderung, den Arbeitsalltag mit den Bedürfnissen deines wachsenden Körpers und möglichen Arztterminen zu vereinbaren, kann zu Stress führen. Es ist wichtig, dass du mit deinem Arbeitgeber über mögliche Anpassungen oder Freistellungen sprichst, um deine Gesundheit und die des Babys zu schützen.
  • Zukunftsängste: „Wie geht es danach weiter?“ – Die Frage, wie sich die Mutterschaft auf deine berufliche Karriere auswirken wird, kann ebenfalls Stress verursachen. Es ist wichtig, dass du dir Zeit nimmst, um über deine beruflichen Ziele und Prioritäten nachzudenken und mögliche Lösungen zu finden, um deine Karriere und die Mutterschaft erfolgreich zu vereinbaren.

Sonstige große Veränderungen

Auch der Tod eines Angehörigen, Krankheit sowie größere Veränderungen wie Umzug, Jobwechsel oder der Start in der Kita können dich während der Schwangerschaft besonders belasten, da du viele Dinge aus einer neuen Perspektive betrachtest. Manchmal ist es einfach zu viel.

Wenn es dir nicht gut geht, zögere nicht, mit deiner Hebamme oder Hausärztin darüber zu sprechen.

Stress in der Schwangerschaft: Welche Symptome können auftreten?

Die Auswirkungen von Stress sind genauso individuell wie das eigentliche Empfinden von Stress. In der Schwangerschaft können sich Stresssymptome oft wie folgt zeigen:

  • Gereiztheit
  • Erschöpfung
  • Schlafstörungen, Einschlafbeschwerden, häufiges oder sehr frühes Erwachen
  • Nervosität
  • depressive Verstimmungen
  • Kopfschmerzen
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Herzrasen, erhöhter Blutdruck und Kreislaufbeschwerden
  • Gefühl von Überlastung
  • Rasende Gedanken
  • Vermehrte Übungswehen (harter Bauch)

Wenn du dir nicht sicher bist, ob du es mit „normalen“ Schwangerschaftsbegleiterscheinungen zu tun hast, oder doch unter zu hohem Stress leidest, suche das Gespräch zu deinem Frauenarzt oder zu deiner Frauenärztin. Allein darüber zu sprechen, wird dir erst mal ein klein wenig Ruhe verschaffen und ihr könnt gemeinsam eine Lösung finden.

Stress in der Schwangerschaft: Auswirkungen auf Mutter und Kind

Wenn du ein normales Maß an Stress im Alltag nicht überschreitest, ist dein ungeborenes Baby gut durch die Plazenta-Schranke geschützt. Bestimmte Enzyme sorgen normalerweise dafür, dass die Stresshormone auf ein gesundes Niveau begrenzt werden.

Wenn du aber mit dauerhaftem Stress zu tun hast, kann sich das sowohl auf dich als auch auf dein Baby auswirken.

Wie wirkt sich Stress auf mich als Schwangere aus?

Ein guter Verlauf deiner Schwangerschaft hängt zu einem großen Teil von psychosozialen Faktoren ab. Wenn du langfristig hohen psychischen Belastungen und damit verbundenem Stress ausgesetzt bist, kann das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes, Frühgeburt oder vorzeitige Wehen steigen.

Übermäßiger Stress kann auch den natürlichen Verlauf der Geburt beeinträchtigen. Die Geburt ist eine körperliche und psychische Herausforderung für jede werdende Mutter und geht oft mit Ängsten und Sorgen einher. Frauen mit stark ausgeprägter Geburtsangst haben nachweislich eine längere Geburtsdauer. Frauen, die relativ entspannt in den Kreißsaal gehen, haben es in dieser Hinsicht leichter.

Es ist wichtig, dass du dich um dein psychisches Wohlbefinden kümmerst und Maßnahmen ergreifst, um Stress zu reduzieren und dich zu entspannen. Denke daran, dass du Unterstützung hast und nicht alleine bist auf diesem Weg.

Ist übermäßiger Stress schädlich für mein Baby?

Da du und dein Baby einen gemeinsamen Blutkreislauf habt, spürt dein ungeborenes Baby auch die Stresszustände, die du erlebst.

Leichter Stress in der Schwangerschaft ist unbedenklich. Dein heranwachsendes Kind kann diese Veränderungen spüren. Dies kann sich unter anderem in einer Beschleunigung des kindlichen Herzschlags zeigen. Manche Studien besagen, dass leichter Stress dem Kind nicht nur nicht schadet, sondern es möglicherweise sogar fördert. Es scheint, dass körperliche Reifung, Motorik und geistige Fähigkeiten des Kindes verbessert werden. Geringer Stress ist also nicht schädlich für dein Kind. Dennoch ist es ratsam, die Ursachen von Stress in der Schwangerschaft zu erkennen und ihnen entgegenzuwirken.

Jetzt ein großes ABER:

Zu viel Stress und vor allem anhaltender Stress kann sich negativ auswirken.

Das belegen zahlreiche Studien. Wenn du als werdende Mutter zu starken seelischen Belastungen ausgesetzt bist, kann dies die Entwicklung deines Kindes beeinträchtigen. Pränataler Stress, also Stress vor der Geburt, erhöht das Risiko für schwerwiegende kindliche Störungen. Dazu zählen Frühgeburt, ein zu geringes Geburtsgewicht, neurologische und emotionale Entwicklungsstörungen wie ADHS, verminderte geistige Fähigkeiten sowie körperliche Beschwerden wie Asthma oder Übergewicht.

Es ist wichtig, dass du dich um deine seelische Gesundheit kümmerst und bei starkem Stress Unterstützung suchst, um das Wohlbefinden deines Kindes zu schützen.

Kann ich mich krankschreiben lassen?

Wenn du körperlichen oder psychischen Stress bei dir bemerkst, ist es wichtig, dass du mit deiner behandelnden Ärztin sprichst. Extremer Stress kann potenziell deine Schwangerschaft gefährden. Deine Ärztin kann beurteilen, ob die Belastung Auswirkungen auf dein Baby haben könnte und dir gegebenenfalls eine Krankschreibung ausstellen.

Wenn du Bedenken hast, dass eine Krankschreibung bei deinen Kollegen als „Ausrede“ betrachtet werden könnten, dann mach dir bitte einmal bewusst, dass es zum einen egal ist, was andere denken, denn deine Gesundheit zählt und zum anderen, wird dir deine Frauenärztin oder dein Frauenarzt nur dann eine Krankschreibung wegen Stress in der Schwangerschaft ausstellen, wenn sie das Wohl deines Kindes gefährdet sehen. In diesem Fall ist es wichtig, dass du diese Einschätzung ohne schlechtes Gewissen akzeptierst.

Stress in der Schwangerschaft: Das kannst du zur Stressbewältigung tun

Wichtig ist: höre auf deinen Körper. Stress in der Schwangerschaft kann gelegentlich auftreten, aber er sollte nicht zur Gewohnheit werden oder zu stark werden. Es ist wichtig, dass du lernst, die Auslöser von Stress wie hohe Anforderungen im Berufs- oder Privatleben zu erkennen und ihnen entgegenzuwirken. Du solltest lernen, „Nein“ zu sagen oder Aufgaben an andere zu delegieren. Achte auf die Signale deines Körpers: Wenn du müde bist, brauchst du eine Pause. Also gönn dir und deinem Kind diese Ruhepausen.

Hier sind ein paar Tipps, wie du Stress vor der Geburt vermeiden kannst:

  • Gehe in Gedanken deine täglichen Abläufe durch und überlege, ob du etwas vereinfachen kannst. Möglicherweise kannst du deine Arbeitsstunden reduzieren oder jemanden um Hilfe im Haushalt bitten. Bedenke auch, ob es Dinge gibt, die bis nach der Geburt warten können.
  • Sprich mit einer vertrauenswürdigen Person über deine Gefühle und Befindlichkeiten während der Schwangerschaft. Manchmal kann es schon helfen, mit deinem Partner oder Freunden über Ängste und Sorgen zu sprechen. Bei Bedarf kannst du auch immer einen Arzt oder eine Hebamme um ein persönliches Gespräch bitten.
  • Gehe mehrmals pro Woche spazieren. Diese lockere Art von Bewegung tut deinem Körper und Geist gut und hilft, Spannungen abzubauen. Du kannst dich auch sportlich betätigen, achte jedoch darauf, dich nicht zu überanstrengen.
  • Nimm ein warmes (Schaum-)Bad und höre dabei entspannende Musik. Das kann besonders beruhigend während der Schwangerschaft sein.
  • Gerade, wenn du mit Ängsten zu kämpfe hats, ist es wichtig, auf dein Bauchgefühl zu hören und Informationen nur von seriösen Quellen zu beziehen und Dinge zu hinterfragen.
  • Lerne eine Entspannungstechnik, wie zum Beispiel Yoga. Dabei bringst du Körper und Geist in Einklang und Balance. Du lernst, achtsam mit dir selbst zu sein und deine Gefühle und Befindlichkeiten besser wahrzunehmen. Dies kann nicht nur bei Stress, sondern auch bei Schlaflosigkeit während der Schwangerschaft helfen. In unserem Youtube-Video findest du passende Atmenübungen.

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