Die Verletzung des Beckenbodens unter der Geburt ist nicht selten. Mehr über die Levatoravulsion erfährst du von Dr. med. Rieke Hermann von der MamAcademy.
Das erwartet dich in diesem Artikel:
Es gibt eine Verletzung, die bei vaginalen Geburten häufiger vorkommt als die meisten Menschen ahnen und über die, die wenigsten Bescheid wissen.
Im Moment der Geburt bereitet sie oft keine Schmerzen. Bei der Entlassung aus der Klinik wird sie fast nie erwähnt. Und auch beim Check sechs Wochen nach der Geburt wird sie nicht diagnostiziert. Kann sie auch nicht, denn dies ist erst nach etwa drei Monaten sicher möglich. Trotzdem hat sie das Potenzial, die Lebensqualität einer Frau langfristig erheblich zu beeinflussen. Vor allem dann, wenn sie schlichtweg nicht erkannt wird.
Die Rede ist von der Levatoravulsion, auch Levatorabriss genannt.
Dabei handelt es sich um einen Muskelabriss im Beckenboden, der bei etwa 15 Prozent aller Spontangeburten nachweisbar ist. Eine von sieben Frauen, die vaginal gebert, hat danach einen gerissenen Muskel im Beckenboden. Möglicherweise ist genau das ihr jedoch über Jahre nicht bewusst. Auch wenn ich mit diesem Artikel keine Panik verbreiten möchte, entspricht das leider einer medizinische Realität, über die bisher viel zu wenig gesprochen wird.
Ich bin Dr. med. Rieke Hermann, Frauenärztin, Beckenbodenexpertin und Mitgründerin der MamAcademy. Zusammen mit Katharina Charissé, Prä- und Postnatal-Yogalehrerin und Mama-Coach, unterstützen wir Frauen dabei, ihren Körper zu verstehen – vor, während und vor allem nach einer Schwangerschaft.
Dabei setzen wir auf medizinisches Wissen, vermitteln dies aber aber eben auch ehrlich und auf Augenhöhe, denn wir sind selbst Mütter.
In diesem Artikel erkläre ich dir alles, was du über die Levatoravulsion wissen musst: Was sie ist, wie sie entsteht, wie sie erkannt wird und was du tun kannst, wenn es dich persönlich betrifft.
Was ist eine Levatoravulsion? Was genau reißt dort ab?
Der Musculus levator ani ist der zentrale Muskelkomplex des Beckenbodens. Er bildet die Hauptmasse des Beckenbodens und ist dafür verantwortlich, die Beckenorgane zu tragen, bei Belastungen zu stabilisieren und bei Blase und Darm die nötige Schließkraft bereitzustellen. Die Beckenbodenmuskulatur besteht aus mehreren Anteilen, von denen der Musculus pubovisceralis – auch Musculus pubococcygeus genannt – von der Levatoravulsion am häufigsten betroffen ist.
Dieser Muskel verläuft von vorne nach hinten und ist am Schambein befestigt. Bei einer Avulsion (lateinisch für „Abriss“) löst er sich von genau diesem Knochenansatz ab. Das kann einseitig passieren, also nur links oder nur rechts. In schwereren Fällen ist jedoch auch ein beidseitiger Abriss möglich. Eine einseitige Avulsion tritt jedoch deutlich häufiger auf, doch selbst die hat spürbare Konsequenzen für die Gesamtfunktion des Beckenbodens.
Was diesen Abriss so besonders trickreich macht: Er ereignet sich oft ohne sofortigen Schmerz. Während der Geburt sind so viele Nerven und Gewebe beteiligt und der Körper befindet sich in einer solchen Ausnahmesituation, dass der Moment des Abrisses häufig gar nicht als eigenständiges Ereignis wahrgenommen wird. Man spürt ihn schlichtweg nicht. Man hört ihn auch nicht. Trotzdem verändert er die Funktionalität des Beckenbodens.
„Ich zeige das immer am Ultraschallbild, weil das viel klarer macht, worum es geht als jede Zeichnung. Was du siehst, ist der Muskelansatz am Schambein – oder eben das, was übrig bleibt, wenn er abgerissen ist.“ – Dr. med. Rieke Hermann
Im 3D- oder 4D-Ultraschall ist der Levatorabriss gut sichtbar: Man erkennt, dass der Muskel nicht mehr symmetrisch am Schambein inseriert. Stattdessen sieht man häufig eine Deviation der genitalen Mittellinie. Das entspricht eine Verschiebung der Beckenstrukturen zur Seite, auf der der Muskel noch intakt ist und mit größerer Kraft zieht. Das sind demzufolge nicht so abstrakt wie für manche dieser Befund scheint, sondern sehr sichtbare und messbare Veränderungen am Körper.
Wie entsteht ein Levatorabriss? Was genau passiert bei der Geburt biomechanisch?
Um zu verstehen, wie eine Levatoravulsion entsteht, hilft ein kurzer Blick auf das, was der Beckenboden bei einer vaginalen Geburt leisten muss. Das ist nun mal, nüchtern betrachtet, schlicht unglaublich.
Biomechanische Studien haben gezeigt, dass sich der Levatormuskel während der Austreibungsphase auf das bis zu 3,3-fache seiner Ruhelänge dehnt. Ehrlich gesagt ist das eine Belastung, die kein anderer Skelettmuskel im menschlichen Körper je erfährt. Zum Vergleich: Die meisten Muskeln können sich maximal auf das 1,5-fache ihrer Länge dehnen, bevor Risse entstehen. Der Levatormuskel ist für diese extreme Dehnung ausgelegt, aber auch er hat seine Grenzen.
Wenn diese Grenzen überschritten werden, etwa durch einen besonders großen Kopfumfang des Kindes, eine ungünstige Lage, eine sehr schnelle oder sehr lange Austrittsphase, dann reißt der Muskel an seiner schwächsten Stelle: dem Knochenansatz am Schambein. Das ist mechanisch logisch und erklärt auch, warum eine Levatoravulsion gar keine seltene Ausnahme ist, sondern ein biologisch nachvollziehbares Risiko jeder vaginalen Geburt.


Wie häufig passiert das und welche Frauen sind besonders gefährdet?
Die Zahlen sind ernster, als die meisten Frauen – und sogar viele Ärztinnen – ahnen. Bei einer Spontangeburt findet man im 3D-Ultraschall bei etwa 15 Prozent der Frauen eine nachweisbare Levatoravulsion. Bei einer Geburt mit Saugglocke (Vakuumextraktion) steigt dieses Risiko auf 20 bis 25 Prozent. Und bei einer Zangengeburt, einem Verfahren, das seltener, aber bei bestimmten Komplikationen lebensrettend eingesetzt wird, liegt das Risiko sogar bei bis zu 50 Prozent.
Das bedeutet konkret: Bei jeder zweiten Zangengeburt reißt ein Beckenboden-Muskel ab.
Das ist eine Zahl, die man sacken lassen muss. Eine Zangengeburt kann in bestimmten Situationen das Richtige und Notwendige sein. Jedoch benötigen diese Frauen nach der Geburt besondere Aufmerksamkeit für ihren Beckenboden und nicht dieselbe Standardberatung wie alle anderen.
Welche Risikofaktoren gibt es?
Bestimmte Faktoren erhöhen das Risiko einer Levatoravulsion. Die wichtigsten laut aktueller Studienlage: eine lange Austreibungsphase, ein großes Kind (höheres Geburtsgewicht und Kopfumfang), eine hintere Hinterhauptslage (wenn der Hinterkopf des Kindes in Richtung Rücken der Mutter zeigt statt in Richtung Bauch), ein höheres mütterliches Alter bei der Erstgeburt sowie eine vaginal-operative Geburt mit Saugglocke oder Zange.
Ein Kaiserschnitt schützt vor der Avulsion im klassischen Sinne, weil hier natürlich der Durchtrittsmechanismus entfällt. Jedoch ist er kein Freifahrtschein für einen unbeschädigten Beckenboden. Der monatelange Druck der Schwangerschaft, die Hormonveränderungen und die Narbenbildung nach dem Eingriff – all das beeinflusst den Beckenboden ebenfalls. Beckenbodenprobleme nach Kaiserschnitt sind nicht selten, zeigen sich jedoch oftmals etwas anders.
Heilt eine Levatoravulsion von selbst oder bleibt das Problem für immer?
Diese Frage stellen mir betroffene Frauen am häufigsten und auch wenn die Antwort nicht einfach ist, möchte ich sie dennoch ehrlich beantworten.
Die Wahrheit ist: Eine komplette Levatoravulsion heilt strukturell nicht von selbst. Langzeitstudien, die Frauen über mehrere Jahre per Ultraschall und MRT begleitet haben, zeigen eine 97-prozentige Übereinstimmung der Befunde zwischen vier Monaten und drei Jahren nach der Geburt. Der Muskel, der sich einmal vom Knochenansatz gelöst hat, wächst nicht wieder an. Keine einzige komplette Avulsion hat sich in der Bildgebung normalisiert. (Studie)
Das klingt natürlich zunächst brutal.
Doch jetzt kommt das Wichtige und das überrascht viele Frauen positiv: Der anatomische Befund und das, was du spürst, sind zwei verschiedene Dinge. Etwa 50 Prozent der Frauen mit einer Levatoravulsion berichten nach einem Jahr über eine deutliche Verbesserung ihrer Beschwerden.
Und das, obwohl der Muskel strukturell nicht wieder zusammengewachsen ist. Der Körper lernt, zu kompensieren. Die umliegende Muskulatur übernimmt die Aufgaben und das Nervensystem sowie die Faszien passen sich der neuen Belastung an.
Es zeigt sich aber auch deutlich: Hier liegt der Unterschied zwischen „einfach abwarten“ und „aktiv unterstützen“: Denn wer früh mit gezieltem Training beginnt und der Beckenbodenmuskululatur therapeutisch das gibt, was sie braucht, hat deutlich bessere Chancen, diese Kompensation zu erreichen. Ein passives Abwarten in der Hoffnung, dass es sich von selbst gibt, ist hingegen wirklich keine gute Strategie.
„Der abgerissene Muskel heilt schlichtweg nicht. Allerdings lernt der Körper, zu kompensieren. Und genau da können wir ansetzen. Eine Abwartestrategie ist keine Therapie – es ist einfach verlorene Zeit.“ – Dr. med. Rieke Hermann
Woran erkenne ich, dass ich eine Levatoravulsion haben könnte?
Hier liegt eine der größten Herausforderungen: Die Symptome einer Levatoravulsion sind vielfältig, überschneiden sich mit anderen Beckenbodenproblemen und treten manchmal erst Monate nach der Geburt deutlich in den Vordergrund. Das macht die Selbstdiagnose unmöglich und auch eine klinische Diagnose schwierig.
Typische Zeichen, die auf eine Levatoravulsion hinweisen können:
- Harninkontinenz, vor allem Belastungsinkontinenz beim Niesen, Husten, Lachen oder Sport.
- Ein Druckgefühl nach unten oder das Gefühl, dass die Organe nach unten sinken. Ein Gefühl von Offenheit oder Instabilität im Becken (schwer zu beschreiben, aber viele Frauen kennen genau das).
- Dazu manchmal Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, manchmal kombiniert mit dem Gefühl, dass etwas „nicht mehr richtig sitzt“.
- Instabilität beim Gehen oder Stehen, besonders bei längerer Belastung.
- In manchen Fällen eine seitliche Abweichung des Anus, weil der noch intakte Muskel auf der anderen Seite asymmetrisch zieht.
Wichtig: Keine dieser Beschwerden ist beweisend für die Levatoravulsion. Dazu hat nicht jede Frau mit einer Avulsion alle diese Symptome. Manche haben sogar zunächst gar keine. Es gibt auch Banddefekte, Nervendehnungen oder Sphinkterverletzungen, die ähnliche Symptome machen.
Deshalb führt kein Weg an einer fundierten Diagnose bei einer geschulten Frauenärztin vorbei.
Wie wird eine Levatoravulsion diagnostiziert?
Das zuverlässigste Diagnosewerkzeug ist der 3D- oder 4D-Ultraschall des Beckenbodens. Mit diesem Verfahren lässt sich der Muskelansatz am Schambein direkt beurteilen, die sogenannte Hiatusgröße messen – also der Durchmesser der Beckenöffnung, der bei einer Avulsion oft vergrößert ist – und Asymmetrien erkennen. Auch ein MRT liefert sehr gute Ergebnisse, ist aber deutlich aufwendiger und teurer.
Was hingegen nicht ausreicht: eine normale vaginale Untersuchung allein. Selbst erfahrene Hände können eine Avulsion nicht zuverlässig tasten. Man kann als Frauenärztin vielleicht den Verdacht haben und vielleicht auch Asymmetrien spüren, doch die Diagnose sichern kann nur die eindeutige Bildgebung.
Das bedeutet: Wenn du das Gefühl hast, dass etwas nicht stimmt und du lieber eine Ärztin oder einen Arzt sehen möchtest, dann frag aktiv nach dem Beckenbodenultraschall. Wir bei der MamAcademy betonen immer wieder: Du hast ein Recht auf Klarheit über deinen Körper.
Wichtig zu jedoch zu ergänzen: Nicht jede Praxis hat ein 3D-Ultraschallgerät oder die Erfahrung, diesen Befund zuverlässig zu erheben. Es kann sich lohnen, gezielt nach einer Praxis mit urogynäkologischem Schwerpunkt zu fragen oder sich an ein Beckenbodenzentrum zu wenden.
Was kann ich bei einer (möglichen) Levatoravulsion tun und was hilft wirklich?
Ich möchte hier ehrlich sein und keine falschen Hoffnungen wecken: Eine vollständige strukturelle Heilung des abgerissenen Muskels (also das Wiederanwachsen am Knochen) ist derzeit medizinisch nicht möglich. Operative Rekonstruktionen existieren in der Forschung und werden in spezialisierten Zentren entwickelt, aber sie sind noch nicht Standardtherapie. Was wir jedoch sehr gut können: die Funktion des Beckenbodens verbessern, Beschwerden lindern und die Lebensqualität deutlich steigern. Und das ist ehrlich gesagt gar nicht wenig!
Schritt 1: Diagnose
Bevor irgendeine Therapie beginnt, braucht es Klarheit. Was liegt genau vor? Ist es eine komplette Avulsion, eine partielle, oder handelt es sich um eine reine Überdehnung ohne Abriss? Je nach Befund sieht der optimale Therapieweg anders aus. Deshalb ist der erste Schritt immer: Diagnose durch Beckenbodenultraschall oder MRT, möglichst bei jemandem mit urogynäkologischer Erfahrung.
Schritt 2: Gezielte Beckenbodenphysiotherapie
Strukturiertes Beckenbodentraining ist der Kern jeder Rehabilitationsstrategie, allerdings ist „strukturiert“ hier das entscheidende Wort. Blindes An- und Entspannen nach irgendeinem YouTube-Tutorial reicht nicht und kann bei falscher Ausführung sogar kontraproduktiv sein. Was es braucht, ist eine qualifizierte Beckenbodenphysiotherapeutin, die den Befund kennt, die Muskelaktivität beurteilen kann (zum Beispiel per Biofeedback) und ein individuelles Trainingsprogramm entwickelt.
Das Ziel der Therapie: die verbliebene Muskulatur so gut wie möglich aktivieren, die Koordination verbessern und die Kompensationsfähigkeit stärken. Bei partiellen Defekten oder reiner Überdehnung ohne kompletten Abriss lässt sich durch gezieltes Training oft sehr viel erreichen.
Schritt 3: HIFEM-Therapie (Emsella-Stuhl)
Eine Behandlungsoption, die ich in meiner Praxis anbiete und die ich besonders bei frischen Verletzungen oder wenn die eigene Muskelkontrolle noch sehr eingeschränkt ist, sehr schätze: die hochintensive fokussierte elektromagnetische Therapie, kurz HIFEM, bekannt über den Emsella-Stuhl.
Die Patientin sitzt während der Behandlung vollständig bekleidet auf dem Stuhl – keine Elektroden, kein Ausziehen, kein Eindringen sind nötig – und der Stuhl löst durch elektromagnetische Impulse in einer einzigen Sitzung bis zu 9.000 supramaximale Muskelkontraktionen aus. Das entspricht einem Trainingsvolumen, das eine Frau eigenständig nicht erreichen kann.
Besonders wertvoll ist das in den ersten Monaten nach der Geburt, wenn der Muskel noch durch Nervendehnungen oder Narbengewebe gehemmt ist und die willkürliche Kontrolle nur begrenzt funktioniert. Die HIFEM-Therapie kann demzufolge helfen, den Einstieg in die Rehabilitation zu erleichtern und die Muskelrekrutierung zu verbessern. Aber: Sie ist kein Ersatz für Physiotherapie, jedoch eine sinnvolle Ergänzung.
Schritt 4: Pessarversorgung
Für Frauen, bei denen das Senkungsgefühl im Vordergrund steht (das Gefühl, dass die Organe nach unten sinken) kann ein Pessar eine sehr sinnvolle Option sein. Das Pessar ist ein Silikonring oder -körper, der in die Vagina eingesetzt wird und die abgesunkenen Strukturen mechanisch stützt. Es heilt nichts, aber es entlastet: Druck, Inkontinenz und Instabilitätsfühl können sich durch ein Pessar deutlich verbessern und Frauen einfach ihren gewohnten Alltag zurückgeben, während parallel an der Funktion gearbeitet wird.
Schritt 5: Operative Optionen
Bei einer schweren Beckenbodensenkung, wenn die konservative Therapie nicht ausreicht, können operative Eingriffe manchmal sinnvoll sein. Verschiedene Verfahren zur Hebung abgesunkener Organe stehen zur Verfügung. Welches das Richtige ist, hängt vom individuellen Befund ab und sollte mit einer erfahrenen Urogynäkologin besprochen werden. Rekonstruktive Eingriffe des Levators selbst sind noch im Forschungsstadium und derzeit kein Standard.
Was soll ich konkret tun, wenn ich eine Levatoravulsion vermute?
Das ist die praktische Frage, die ich dir gern von Herzen beantworten möchte. Ich weiß, dass reines Wissen ohne aktive Handlungsmöglichkeit frustriert.
Erstens: Nicht ignorieren. Wenn du nach der Geburt das Gefühl hast, dass etwas nicht stimmt – ein Druckgefühl, Inkontinenz, Instabilität, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr –, dann sprich das an. Bei deiner Frauenärztin, bei deiner Hebamme, beim nächsten Vorsorgetermin. Du solltest dich keinesfalls damit abfinden.
Zweitens: Gezielt nach dem Beckenbodenultraschall fragen. Nicht jede Praxis bietet ihn an und nicht jede Ärztin hat Erfahrung damit, dennoch kannst du aktiv danach fragen oder dich an eine urogynäkologisch spezialisierte Praxis wenden. Der Ultraschall ist schmerzlos, dauert wenige Minuten und gibt dir Klarheit.
Drittens: Keine Panik. Eine Levatoravulsion ist eine ernste Diagnose, aber kein lebenslanges Urteil. Viele Frauen leben sehr gut damit. Voraussetzung ist, dass sie die richtige Unterstützung bekommen. Der Körper ist anpassungsfähig und es gibt sinnvolle Therapiemöglichkeiten.
Viertens: Fang nicht einfach irgendwie mit Übungen an. Lass dir zeigen, was dein Beckenboden braucht. Blindes Training ohne Wissen um den Befund kann in manchen Fällen sogar schaden. Der richtige erste Schritt ist daher immer: Diagnose, dann Therapie.
Fazit Levatoravulsion: Dein Beckenboden verdient Unterstützung
Klar ist: Die Levatoravulsion ist eine Verletzung, die zu selten erwähnt, zu spät erkannt und zu wenig behandelt wird. Das hat oftmals nichts damit zu tun, dass Frauen nicht nachgefragt hätten. Vielmehr liegt es daran, dass das Wissen darum noch nicht überall angekommen ist, dass die Diagnostik gerätetechnische Voraussetzungen braucht und dass wir als Gesellschaft Beckenbodengesundheit noch immer noch eine viel zu geringe Priorität einräumen.
Wir von der MamAcademy können jedoch selbstbewusst sagen: Das ändert sich gerade. Langsam, aber spürbar. Ein Artikel wie dieser, offene Gespräche oder auch unser Buch „Die Beckenboden-Revolution“ zeigen, wie die Bedeutung des Beckenbodens immer präsenter wird.
Wenn du nach dem Lesen das Gefühl hast, dass dich eine Levatoravulsion betreffen könnte: Nimm es bitte ernst und frag nach. Schenke deinem Beckenboden jetzt die Aufmerksamkeit, die er verdient. Schließlich hat er unter der Schwangerschaft und Geburt Unglaubliches geleistet.

Bereit, deinen Beckenboden wirklich zu unterstützen?
In unserem Postpartum Power Beckenboden-Intensivkurs der MamAcademy lernst du, deinen Beckenboden nach der Geburt gezielt und sicher zu stärken – mit gezielten Übungen, die auf deinen Körper abgestimmt sind und mit dem Wissen einer erfahrenen Frauenzärztin im Hintergrund.
Für alle Frauen, die wirklich verstehen möchten, was ihr Beckenboden braucht, gibt es außerdem unser Buch „Die Beckenbodenrevolution“ – wissenschaftlich fundiert, verständlich erklärt, geschrieben für alle Frauen, die es genau wissen wollen.
Und falls du es noch nicht tust, folge uns auf Instagram unter @die.mamacademy für noch mehr Beckenbodenwissen und regelmäßige Einblicke von Rieke und Katharina.